Akzeptanz

Versuch einer kleinen Anleitung

„Du mußt das akzeptieren“, sagt eine Freundin zu Ihnen.

Wie ist Ihre Reaktion darauf ?

Sind sie eher genervt und wollen das, worum es gerade geht, auf keinen Fall so annehmen wie es ist ?

Finden Sie, das stimmt komplett oder sagen Sie vielleicht etwas resigniert, „ja, hast ja recht“ ?

Etwas zu akzeptieren klingt leichter als es in Wirklichkeit ist.

Häufig ist fehlende Akzeptanz ein Hindernis für ein erfülltes Leben.

Aber wo ist Akzeptanz angebracht und wo ist es nur ein passives Hinnehmen des eigenen Schicksals ?

Akzeptanz kommt vom lateinischen accipere , das gutheißen, annehmen, hinnehmen, einwilligen, einverstanden sein bedeutet.

In angenehmen Situationen, mit symphatischen Menschen ist Akzeptanz kein Problem und geschieht in der Regel völlig unbemerkt.

Akzeptanz ist dort schwierig, wo wir Situationen oder Menschen gegenüberstehen, mit denen wir uns nur sehr schwer oder gar nicht einverstanden erklären können. Zum Beispiel wenn wir krank sind, wenn geliebte Menschen sterben, uns Unrecht geschieht. Wenn sich annehmen, einwilligen, einverstanden sein wie eine Kapitulation anfühlt, es wie ein resignatives „geht ja nicht anders“ gesehen und erlebt wird.

Der innere Kampf, den wir führen, wenn wir gerade nicht einverstanden sind, indem wir hadern, wütend sind, uns und andere anklagen, zeugt nicht unbedingt von mangelnder Akzeptanz. Wenn er bewußt geführt wird und nicht in einer Gedankenschleife stecken bleibt, ist er notwendig, um eine schwierige Situation überhaupt annehmen zu können.

Aber es kommt häufig zu hartnäckigen Gedankenschleifen, zu grundsätzlicher Unzufriedenheit oder wir verbittern, wenn wir allein mit unserer Wut und unserem Hadern bleiben. Wenn wir uns nicht mitteilen, meinen, wir müßten es aushalten oder könnten es niemandem zumuten.

Wie ein Mensch, der eine chronische Krankheit hat und sagt:“ Am besten ist Stillschweigen. Dann werde ich gar nicht daran erinnert. Und was ändert sich denn, wenn ich darüber erzähle ?“

Fehlende Akzeptanz für die eigene Situation verleugnet das eigene Schicksal und damit auch den oder die Menschen, die davon betroffen sind.

Akzeptanz ?

Gerade in Situationen, in denen wir in der Gedankenschleife hängen, nicht loslassen können, ist sie notwendig, um nicht steckenzubleiben in der Situation. Akzeptanz ist notwendig, damit wir weitergehen, können. Sie ist notwendig um weiterzuleben, wo wir den geliebten Menschen zurücklassen müssen. Damit wir uns mit dem Unrecht, das uns geschehen ist, auseinandersetzen können und um uns dann angemessen zur Wehr zu setzen.

Und gerade in solchen Situationen wird deutlich wie akzeptieren gehen kann.

Nicht in der vorschnellen, resignativen Hinnahme dessen, was ist, sondern in einem aktiven Prozeß des Auseinandersetzens mit der Situation und dem ganz genauen Ausloten der Grenzen zwischen Resignieren und Ändern. Dem ehrlichen Wahrnehmen und Mitteilen der eigenen Gefühle.

Akzeptanz heißt nicht blinde Hinnahme all dessen, was mir passiert.
Akzeptanz beinhaltet vielmehr aktives Auseinandersetzen mit dem „was ist“.

Akzeptanz ist aktives Gutheißen, Annehmen, Hinnehmen, Einwilligen, Einverstanden sein.

Wenn ein Mensch sich entschließen kann, über seine Krankheit, sein Schicksal, seine Situation zu sprechen, dann wird die Krankheit nicht automatisch geheilt, sein Schicksal nicht unbedingt verändert und die problematische Situation löst sich nicht einfach in Wohlgefallen auf.

Aber es kann dann ganz genau geschaut werden und unterschieden werden: Was ist veränderbar und was muß wirklich angenommen werden.

Und damit nicht allein zu sein, macht sicher ein gutes Stück aktiver Akzeptanz möglich.

 

Lehre mich,

den Mut,

das zu verändern, was ich verändern kann,

die Gelassenheit,

das anzunehmen, was ich nicht verändern kann

und die Weisheit,

das eine vom anderen zu unterscheiden.

Indianisches Gebet

 

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „Akzeptanz“

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